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"Entweder verhindert die Revolution den Krieg oder der Krieg wird die Revolution bringen" - Mao Tsetung

     
  „Quad“ und „Squad“: Washingtons Anti-China-Koalitionen

Joseph Solis-Mullen

 

Washington bereitet sich auf eine neue Gesprächsrunde im Indopazifik vor. Wie die South China Morning Post am 22. Oktober berichtete, stellte der philippinische Botschafter Jose Manuel Romualdez im Vorfeld regionaler Gipfeltreffen in Manila mögliche Zusammenkünfte der informellen Sicherheitsgruppierung „Squad“ in Aussicht. Unterdessen bestätigte Außenminister Marco Rubio, dass der „Quadrilateral Security Dialogue“ – kurz „Quad“ – seinen ersten Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs seit mehr als zwei Jahren abhalten werde. Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der sich Präsident Donald Trump auf ein weiteres Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping vorbereitet.

Der Zeitpunkt ist aufschlussreich. Denn während Washington versucht, sein schwieriges, wenn auch sich allmählich besserndes Verhältnis zu Peking zu gestalten, stellen diese Treffen eine Stärkung jenes Netzwerks an Partnerschaften dar, das dem chinesischen Einfluss entgegenwirken soll. Auch wenn „Quad“ und „Squad“ zwei eigenständige Bestandteile dieses Vorhabens sind, besteht kaum ein Zweifel daran, dass Washingtons wachsende regionale Sicherheitsengagements die Sicherheit der Amerikaner nicht erhöhen werden. Vielmehr drohen sie, die USA noch tiefer in eine potenziell katastrophale Konfrontation zwischen Großmächten hineinzuziehen.

Zur Auffrischung: Die „Quad“-Gruppe umfasst die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Australien und Indien. Ihr Ursprung liegt in der Zusammenarbeit dieser vier Staaten nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004. Nach ersten diplomatischen Schritten im Jahr 2007 verlor die Gruppierung zunächst an Bedeutung, wurde jedoch 2017 – vor dem Hintergrund wachsender Sorgen der USA über Chinas regionalen Einfluss – wiederbelebt.

Es sei klargestellt: „Quad“ ist kein formelles Militärbündnis; es gibt keine Verpflichtung zur gegenseitigen Verteidigung, wie sie etwa für die NATO-Mitglieder gilt. Neben Themen wie Infrastruktur, kritischen Technologien, Katastrophenhilfe und anderen Kooperationsfeldern umfasst die Agenda jedoch auch den Bereich der maritimen Sicherheit. Dies birgt das Risiko, dass Washington zunehmend in die territorialen Streitigkeiten der Region hineingezogen wird. Dies ist besonders für diejenigen von Bedeutung, die ausländischen Verwicklungen kritisch gegenüberstehen – denn im Kern war und ist die Entwicklung von „Quad“ ein Instrument Washingtons, um die Aktivitäten regionaler Mächte zu koordinieren, deren Interessen sich zunehmend mit dem eigenen Ziel decken, Peking einzudämmen.

Die Anfang der 2020er Jahre – auf dem Höhepunkt der Hysterie um eine vermeintliche „China-Bedrohung“ – ins Leben gerufene „Squad“ ersetzt Indien durch die Philippinen und bringt diese mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Japan und Australien zusammen. Im Gegensatz zum „Quad“ handelt es sich um ein informelles Bündnis, das sich unmittelbar auf die Verteidigungszusammenarbeit und die maritime Sicherheit im westlichen Pazifik konzentriert. Das erste Treffen der Verteidigungsminister fand 2023 statt, als die vier Regierungen angesichts zunehmender Spannungen im Südchinesischen Meer eine engere Abstimmung anstrebten.

Die Einbeziehung der Philippinen ist von großer Tragweite und birgt erheblichen Konfliktstoff. Dies liegt daran, dass Manila in den letzten Jahren zunehmend ernste Konfrontationen mit Peking um strittige maritime Ansprüche erlebt hat – und Washington unterhält mit den Philippinen einen gegenseitigen Verteidigungspakt, der, wie die USA klargestellt haben, ausdrücklich auch die umstrittenen Fels- und Sandformationen im Südchinesischen Meer umfasst.

Besorgniserregend ist zudem, dass Washington mit der „Squad“ – anders als beim „Quad“, dem mit Neu-Delhi ein eigenständiger Akteur angehört, der sich festen Verpflichtungen entzieht – eine Gruppierung geschaffen hat, deren Mitglieder allesamt durch gegenseitige Verteidigungsabkommen mit den USA verbunden sind.

Auch wenn die „Squad“ selbst kein formelles gegenseitiges Verteidigungsbündnis darstellt, zielen ihre gemeinsamen Übungen, maritimen Aktivitäten und Konsultationen darauf ab, eine kollektive Entschlossenheit zu demonstrieren – eine Konstellation, die unverkennbar an die damals ebenfalls informellen militärischen und diplomatischen Aktivitäten zwischen Großbritannien und Frankreich in den Jahren vor 1914 erinnert.

Tatsächlich kann eine vertiefte Zusammenarbeit – und die damit verbundenen Erwartungen – leicht dazu führen, dass informelle Absprachen die militärische Koordination ausweiten, ohne dass es der politischen Prüfung bedarf, die mit einem neuen, formellen Bündnis einhergehen würde. In der Vergangenheit hat dies zudem dazu geführt, dass die beteiligten Regierungen lokale Konflikte als Prüfstein für die amerikanische Freundschaft und Glaubwürdigkeit betrachteten – was den Einsatz bei Zwischenfällen erhöhte, die andernfalls womöglich rein regionale Angelegenheiten geblieben wären.

Aufmerksame Amerikaner haben daher allen Grund zur Sorge.

Denn sowohl „Quad“ als auch „Squad“ entspringen einer strategischen Vision, die den Erhalt der amerikanischen Vormachtstellung untrennbar mit der Eindämmung chinesischer Macht verknüpft. Washington täte gut daran, die Verteidigung amerikanischer Interessen von der Steuerung des asiatischen Machtgleichgewichts zu unterscheiden.

Die anstehenden Treffen sollten in Washington eine grundlegendere Frage aufwerfen, als ob die USA ihre Partner effektiver koordinieren können: Vielmehr sollten die politischen Entscheidungsträger klären, was genau die Amerikaner eigentlich verteidigen sollen – und zu welchem Preis?

In einer Welt, in der sich China nicht einfach den amerikanischen Vorstellungen unterordnen lässt, erfordert friedliche Koexistenz mehr, als nur weitere Partner um sich zu scharen. Zudem führt der Ausbau von Sicherheitspartnerschaften keineswegs zwangsläufig zu mehr Sicherheit – das bekannte „Sicherheitsdilemma“ ist dabei mindestens genauso wahrscheinlich. Nötig ist vielmehr die Einsicht in die Grenzen amerikanischer Macht sowie die Abkehr von der Annahme, dass jede Herausforderung der amerikanischen Vormachtstellung – wo auch immer sie auftritt – eine Antwort erfordert. Zurückhaltung ist kein Akt der Kapitulation; sie ist das Eingeständnis, dass die Risiken eines Konflikts zwischen Großmächten zu schwerwiegend sind, als dass man sie als bloßen Preis für die Aufrechterhaltung eines Imperiums in Kauf nehmen könnte.

Obwohl die Argumente für Zurückhaltung auf der Hand liegen, ist kaum zu erwarten, dass Washington seinen Kurs ändert. Rüstungsunternehmen profitieren von einer Ausweitung der Beschaffungsprogramme, finanzieren Denkfabriken sowie Wahlkampagnen und profitieren von einem regen Personalaustausch mit den militärischen Bürokratien, die stets auf der Suche nach neuen Missionen und Ressourcen sind. Politiker wiederum können auf einfache Weise ihre vermeintliche „Entschlossenheit“, „Amerika zu verteidigen“, unter Beweis stellen, indem sie den Schutz ausländischer Partner versprechen – während die amerikanische Öffentlichkeit die Risiken und Kosten trägt. Diese Anreizstrukturen sind tief im außenpolitischen Establishment Washingtons verwurzelt. Es ist daher so gut wie sicher, dass die Politik auch weiterhin den Interessen der politisch Vernetzten dient – auf Kosten des amerikanischen Volkes.

 
     
  erschienen am 29. Oktober 2026 auf > The LIBERTARIAN INSTITUTE > Artikel  
  Archiv > Artikel von Joseph Solis-Mullen auf antikrieg.com  
     
   
     
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